Mama, das schmeckt nicht!

Mit dem ersten Gemüsebrei merken viele Eltern, dass Babys wahre Feinschmecker sind. Bei Neugeborenen ist der Geschmackssinn schon sehr weit ausgeprägt. Aber die Geschmacksvorlieben können noch stark beeinflusst werden. Je nach Familie, Land oder Kontinent entwickeln sich so vielfältige Essgewohnheiten.

Evolutionsbiologisch sind wir von Geburt an auf Süßes geprägt.

Denn Süßes ist in der Regel mit einem hohen Energiegehalt verknüpft und ist ein Zeichen für „sichere“, ungiftige Nahrung. Natürlich sollte trotz der Vorliebe für Süßes nicht übermäßig gezuckertes auf den Tisch kommen, da so Karies schon im Kindesalter gefördert wird. Auch salzige Lebensmittel sollten möglichst vermieden werden, da sich sonst die Kleinen an die Würzung gewöhnt und später salzhaltige Lebensmittel bevorzugen. Beikost enthält von Natur aus Salz und muss daher nicht gesalzen werden.

Ebenso angeboren ist die Abneigung gegen Saures und Bitteres.

Gerade zu Beginn wird das Kind gegenüber allem, was bitter oder sauer ist, skeptisch sein. Denn bitterer oder saurer Geschmack bedeutet: Achtung, das könnte unreif, verdorben oder giftig sein! Diese Abneigung ist wichtig für das Überleben. Aber es bedeutet gleichzeitig, dass die Kleinen erstmal lernen müssen, dass nicht alle bitteren Lebensmittel giftig sind. Das funktioniert am besten durch regelmäßiges Anbieten einer Vielfalt an Gemüse und Kräutern.

Der Trick dabei: Wir mögen das, was wir kennen.

Um sich an ein auch nur minimal bitter schmeckendes Gemüse zu gewöhnen, müssen die Kleinen bis zu 15mal (!) probieren, bis sie es mögen. Also am besten mit kleinen Mengen starten, aber die Kleinen regelmäßig und konsequent probieren lassen. Für die Gewöhnung an neue Lebensmittel und leichtere Akzeptanz kann es ebenso helfen diese mit vertrauten und beliebten Geschmäckern zu kombinieren. Oder auch die Temperatur der Mahlzeiten (warm, lauwarm, kalt) immer mal. Wieder zu variieren und die Beschaffenheit der Nahrung abzuwechseln, z.B. weich, knackig oder knusprig.

Es lohnt sich ab dem Beikoststart immer verschiedene Geschmäcker anzubieten und zu kombinieren. Denn das kann die Geschmacksvorlieben ein Leben lang positiv prägen.

Quellen:

https://www.thieme.de/de/baby-schwangerschaft/geschmacksentwicklung-57276.htm

https://www.swissmom.ch/baby/medizinisches/das-neugeborene/medbabysinne/das-schmecken/

 

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