Welche Lebensmittel sind geeignet für die Beikost?

Der Beikoststart ist eine gute Phase zur Einführung möglichst vieler verschiedener Lebensmittel, denn zwischen dem 5. und 7. Monat lehnen Kinder in der Regel sehr wenige Lebensmittel ab. Aber das ist nicht der Hauptgrund, Beikost einzuführen. Ab dem 2. Lebenshalbjahr steigt der Energie- und Nährstoffbedarf an, sodass einige durch die Muttermilch oder Pre-Milch nicht mehr sicher gedeckt werden.

Aber worauf sollte bei der Lebensmittelwahl geachtet werden?

Um den Bedarf sicherzustellen, ist es wichtig Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Eisen, Vitamin B6, Zink, Phosphor, Magnesium und Calcium für die Beikost auszuwählen. Außerdem sollten die Kleinen gerne aus einem abwechslungsreichen und vielfältigen Nahrungsangebot probieren dürfen. Zusätzlich dazu sollte aber immer ganz individuell auf die Verträglichkeit der Lebensmittel geachtet werden. Für die Beikost empfohlen sind:1

  • Nährstoffreiche Lebensmittel: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Fleisch, Fisch
  • Eisenreiche Lebensmittel: Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide in Kombination mit Vitamin C-reichen Lebensmitteln (Vollkornmehl, Flocken) und Hülsenfrüchte
  • Zinkreiche Lebensmittel: Fleisch (Rind, Kalb, Schwein), Getreide (Vollkornmehl, Flocken), Hühnerei (Eigelb)

Welche Lebensmittel sollen vermieden werden?

Es gibt einige Nahrungsmittel, die im ersten Lebensjahr aufgrund verschiedener Gefahren absolut ungeeignet für Babys sind und daher strikt gemieden werden sollten. Dazu zählen beispielsweise rohe tierische Lebensmittel, da diese häufig mit Salmonellen oder anderen Krankheitserregern belastet sind. Nicht geeignet für Kinder unter 12 Monaten sind: 2

  • Rohe Eier, Fisch oder Fleisch: Gefahr einer Infektion
  • Stark gesalzte oder stark gewürzte Lebensmittel (Pfeffer und Chili): Beikost braucht kein Salz, Gewürze sind aber in geringen Mengen geeignet
  • Verarbeitete Fleischwaren (Schinken, Wurst): da sie meistens Nitrat/Nitrit und einen hohen Salzgehalt aufweisen
  • Fettreduzierte Lebensmittel: (insbesondere fettreduzierte Milch): sollten aufgrund des niedrigen Energiegehalts gemieden werden, vermindert dazu auch die Aufnahme fettlöslicher Vitamine und enthalten oftmals Zusatzstoffe
  • Fettige Lebensmittel (z.B. Pommes, Fast Food): schwer verdaulich, enthalten oftmals (Trans-)fette
  • Zucker, Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe (gezuckerte Lebensmittel und Getränke): damit der Schwellenwert für den süßen Geschmack möglichst niedrig gehalten wird, für die Zahngesundheit
  • Honig und Ahornsirup: Gefahr des Säuglingsbotulismus
  • Rohmilch und Rohmilchprodukte: Gefahr einer Infektion, da die Milch nicht hitzebehandelt ist (dabei werde
  • Kuhmilch und Joghurt: ab dem 7. Monat, dann höchstens 200 ml/Tag im Brei (nicht als Trinkmilch)
  • Quark: enthält wenig Calcium, aber viel Eiweiß und ist daher ungeeignet
  • Zusatz von Säuren (Zitronensäure, Phosphorsäure, Kohlensäure etc.): Gefahr der Demineralisierung des Zahnschmelzes
  • Kaffee, koffeinhaltige Teesorten und Limonaden: da die Inhaltstoffe beispielsweise die Eisenabsorption hemmen können
  • Kleine Lebensmittel (ganze Nüsse, Samen, Körner, harte Beeren und Hülsenfrüchte) in unverarbeiteter Form: aufgrund der hohen Erstickungsgefahr, aber gemahlene Nüsse und Nussmus sind erlaubt, prallelastische Lebensmittel (z.B. Trauben, Heidelbeeren) sind püriert oder zerdrückt ab Beikoststart geeignet
  • Fisch mit Gräten: Gefahr des unabsichtlichen Aspirierens
  • Lebensmittel mit der Kennzeichnung: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“

Auch die Qualität der Zutaten ist wichtig.

Bei selbst gekochtem Babybrei kannst Du natürlich die Qualität und Auswahl der Zutaten ganz einfach selbst bestimmen. Je frischer die Zutaten, desto mehr Nährstoffe und Vitamine bleiben im Brei. Wir empfehlen immer zu Bioprodukte zu greifen, am besten in Demeter-Qualität. Der Vorteil an Bioprodukten ist, dass sie weniger mit Pestizidrückständen belastet sind. Aber biologisch angebaute Lebensmittel können trotzdem schadstoffbelastet sein.

Deshalb verwenden wir für unsere Breie nur Zutaten aus biologischem Anbau und vielmehr in Säuglingsqualität. Die Herstellung von Babynahrung unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Durch regelmäßige, strenge Kontrollen der Zutaten unserer Breie wird sichergestellt, dass die Grenzwerte für und Pestizide und potenzielle Schadstoffe nicht überschritten werden. Und je weniger die Breie mit problematischen Stoffen belastet sind, desto besser!

Wir möchten mit unseren Beiträgen möglichst fundiertes Wissen und aktuelle Empfehlungen vermitteln. Diese Informationen ersetzen jedoch keinesfalls den Rat einer medizinischen Fachkraft. Bei (ernährungs-)medizinischen Fragen empfehlen wir Dir unbedingt einen Kinderarzt /-ärztin, Hebamme oder andere Expert*innen aufzusuchen.

Quellen:

  1. REVAN Österreichische Beikostempfehlungen Expertenversion. https://www.richtigessenvonanfangan.at/download/0/0/e2c7d75c747aeea124690daa1e97bcb84dff28e5/fileadmin/Redakteure_REVAN/user_upload/2020.05.11_REVAN_Babys_erstes_L%C3%B6ffelchen_web.pdf.
  2. Koletzko, B.; Bauer, C. P.; Cierpka, M.; Cremer, M.; Flothkötter, M.; Graf, C.; Heindl, I.; Hellmers, C.; Kersting, M.; Krawinkel, M.; Przyrembel, H.; Vetter, K.; Weißenborn, A.; Wöckel, A., Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen. Monatsschrift Kinderheilkunde 2016, 164 (9), 771-798.

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